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Die deutsche Sprache in Russland: Geschichte, Gegenwart, Zukunftsperspektiven

05Ulrich Ammon, Dirk Kemper

Der vorliegende Sammelband setzt mit 33 Beiträgen vor allem russischer und einiger deutscher Autoren die Reihe von Länderberichten zur Lage des Deutschunterrichts im Ausland fort. Bisher sind im gleichen Verlag, ebenfalls von U. Ammon betreut, Berichte zu Japan (1994), Korea (2003) und China (2007) erschienen. 

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Das Deutsche als Fremdsprache wird, wie allgemein bekannt ist, weltweit immer stärker vom Englischen bedrängt und verdrängt. Bedenklich wird es, wenn das auch in Ländern der Fall ist, in denen das Deutsche traditionell eine relativ starke Stellung hatte. 

 

Inhaltsverzeichnis

Dazu gehört zweifellos Rußland, wo Deutsch lange Zeit den ersten Platz unter den Fremdsprachen einnahm, den es indessen längst an das Englische verloren hat. In der öffentlichen Diskussion wird das Problem bei uns schnell mit Emotionen und patriotischen Gefühlen befrachtet und als Verlust des internationalen Prestiges interpretiert, was an der Sache etwas vorbeigeht. Denn Fremdsprachen lernt man in der Regel nicht aus sentimentalen Regungen, sondern verbindet das mit handfesten persönlichen Interessen. Wenn z.B. Griechen in der gegenwärtigen Euro-Krise verstärkt wieder Deutsch lernen, so sicherlich nicht, weil ihnen Deutschland auf einmal sympathisch geworden ist, sondern nur, weil sie dort für sich günstigere Lebensbedingungen als daheim erhoffen. Das Deutsche zieht nur so lange Lernende an, wie Deutschland in der Wirtschaft oder Wissenschaft und auf anderen Gebieten attraktiv ist. Vor diesem Hintergrund sind gegenwärtig auch die Chancen des Deutschen in Rußland zu bewerten.